Am 12. Januar 2027 endet der Support für Windows Server 2016. Ab diesem Tag liefert Microsoft keine Sicherheitsupdates mehr. Der Server läuft zwar weiter – aber jede neu entdeckte Sicherheitslücke bleibt offen. Bis dahin sind es nur noch gut zehn Wochen, und dazwischen liegen Weihnachten und der Jahreswechsel.
Betroffen sind viele Arztpraxen und kleine Unternehmen: Windows Server 2016 war jahrelang der Standard für Praxissoftware, Warenwirtschaft, Dateiablage und Terminalserver. Oft läuft er unbemerkt im Hintergrund – auch als virtueller Server.
Was genau endet am 12. Januar 2027?
- Keine Sicherheitsupdates mehr: Neue Lücken werden nicht mehr geschlossen.
- Keine Fehlerbehebungen und kein Support durch Microsoft.
- Software-Hersteller ziehen nach: Neue Versionen von Praxis- und Branchensoftware werden meist nur noch für aktuelle Server freigegeben.
Warum das kein reines Technikthema ist
- Angriffsziel: Angreifer suchen gezielt nach Systemen, die keine Updates mehr bekommen. Ein Ransomware-Angriff legt eine Praxis oder einen Betrieb schnell für Tage lahm.
- Datenschutz: Die DSGVO verlangt, Daten nach dem Stand der Technik zu schützen. Ein Server ohne Sicherheitsupdates erfüllt das kaum – bei Patientendaten erst recht nicht.
- Arzt- und Zahnarztpraxen: Die IT-Sicherheitsrichtlinie nach § 390 SGB V verlangt, Sicherheitsupdates zeitnah einzuspielen. Für ein System, das keine mehr bekommt, geht das nicht.
- Versicherung: Cyberversicherungen fragen häufig nach dem Update-Stand der Systeme. Veraltete Server können im Schadensfall zum Problem werden.
Welche Wege es gibt
| Weg | Passt, wenn … | Zu bedenken |
|---|---|---|
| Upgrade auf Windows Server 2025 | die Server-Hardware noch aktuell ist | Neue Lizenzen inklusive Zugriffslizenzen (CALs) nötig; Freigabe Ihrer Software prüfen |
| Neuer Server | die Hardware älter als etwa fünf Jahre ist | Höhere Investition, dafür neue Garantie und mehr Leistung für die nächsten Jahre |
| Cloud oder gehosteter Server | wenige Anwendungen laufen und die Software es zulässt | Abhängigkeit von der Internetverbindung; in Praxen oft durch Software- und Datenschutzvorgaben begrenzt |
| Extended Security Updates (ESU) | die Umstellung nicht rechtzeitig fertig wird | Nur als Übergang: kostenpflichtig, nur über Azure Arc und mit bestimmten Lizenzverträgen – das Grundproblem bleibt |
Unser Rat: jetzt planen, nicht im Januar
- Bestandsaufnahme: Welche Server laufen noch mit Windows Server 2016? Denken Sie auch an virtuelle Server, den Domänencontroller und Terminalserver.
- Software prüfen: Ist Ihre Praxis- oder Branchensoftware für Windows Server 2025 freigegeben? Braucht der Umzug einen Termin beim Hersteller?
- Entscheiden: Upgrade, neuer Server oder Cloud – je nach Alter der Hardware und Ihren Anwendungen.
- Umstellung planen: außerhalb der Sprechstunden bzw. Geschäftszeiten, mit vorher geprüfter Datensicherung.
Wer erst im Januar anfängt, hat ein Problem: Hardware hat Lieferzeiten, und Termine bei Software-Herstellern sind zum Jahreswechsel knapp.
Wir übernehmen das für Sie
Wir prüfen, welche Ihrer Server betroffen sind, klären die Freigaben mit Ihrem Software-Hersteller und planen die Umstellung so, dass Ihr Betrieb weiterläuft. Sie bekommen von uns eine klare Empfehlung statt eines Produktkatalogs.
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