TI-Ausfall in der Praxis: Was das Empfangsteam jetzt tun kann

Montag, 8:15 Uhr. Das Wartezimmer ist voll. Und die Karte lässt sich nicht einlesen.

Wer am Empfang einer Praxis arbeitet, kennt diesen Moment. Der erste Patient steht vor Ihnen, hinter ihm drei weitere. Das Kartenterminal meldet einen Fehler. Das E-Rezept hängt. Und irgendwer fragt: „Dauert das noch lange?“

In diesem Herbst ist das vielen Praxen passiert. Am 7. September fiel die Telematikinfrastruktur (TI) bundesweit für rund 19 Stunden aus, weil ein Zertifikatsdienst gestört war. Ab dem 11. Oktober konnten sich viele Konnektoren nach einem Verbindungsabbruch nicht mehr neu verbinden – allein ein großer Softwarehersteller zählte über 3.700 Störungsmeldungen.

Die gute Nachricht: Ihre Praxis kann weiterarbeiten

Bei einem TI-Ausfall gehen keine Patientendaten verloren. Ihr Praxisverwaltungssystem läuft weiter. Und für fast jede TI-Anwendung gibt es ein offizielles Ersatzverfahren. Das Problem ist selten die Technik – sondern dass im entscheidenden Moment niemand weiß, was erlaubt ist.

Schritt 1: Liegt es an Ihrer Praxis oder an allen?

Bevor Sie den Konnektor neu starten oder eine Hotline anrufen: Schauen Sie auf die TI-Statusseite der gematik. Ist die Störung bundesweit, kann niemand sie in Ihrer Praxis beheben – dann sparen Sie sich Warteschleifen und nutzen die Ersatzverfahren. Ist nur Ihre Praxis betroffen, rufen Sie Ihren IT-Dienstleister an.

Schritt 2: Die Ersatzverfahren auf einen Blick

Was geht nicht?Das machen Sie stattdessen
Versichertenkarte (eGK) einlesenDaten aus dem Praxissystem übernehmen oder von Hand erfassen. Der Patient unterschreibt Muster 5 (Abrechnungsschein). Die Karte später nachträglich einlesen.
E-RezeptPapierrezept auf Muster 16 ausstellen. Die Störung in der Praxis dokumentieren.
Krankschreibung (eAU)AU auf Papier drucken und dem Patienten mitgeben. Nachträglich elektronisch senden. Klappt das bis Ende des nächsten Werktags nicht: Ausdruck per Post an die Krankenkasse.
eArztbrief / KIMSpäter per KIM nachsenden. Bei Dringlichkeit: Ausdruck mitgeben oder per Post bzw. Fax.
ePAKein Ersatzverfahren – beim nächsten Besuch nachholen.
Medikationsplan / NotfalldatenÄnderungen im Praxissystem speichern und beim nächsten Besuch übertragen. Medikationsplan auf Papier mitgeben.

Schritt 3: Ein Satz für wartende Patienten

„Das bundesweite Gesundheitsnetz hat gerade eine Störung. Sie werden ganz normal behandelt, Ihr Rezept bekommen Sie heute auf Papier.“

Die Notfallkarte für Ihren Empfang

Wir haben alle Ersatzverfahren auf eine Seite gebracht – zum Ausdrucken, Laminieren und Neben-das-Telefon-Legen. Damit Ihr Team im nächsten Ernstfall nicht suchen muss.

Und wenn es nur bei Ihnen hakt?

Dann sind wir da. Bei uns landen Sie nicht in einer Hotline-Schleife zwischen Praxissoftware, Konnektor und Internetanbieter: Wer Ihren Anruf annimmt, bleibt an Ihrem Fall dran, bis er gelöst ist.

Meins-IT GmbH · Telefon 0208 / 629139-00 · support@meins-it.de

Stand: Oktober 2026. Grundlage sind die Hinweise der Kassenärztlichen Vereinigungen zu TI-Ersatzverfahren. Maßgeblich sind im Einzelfall die Vorgaben Ihrer KV.

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